'El Cimarrón'

Da steht ein Mann eine Stunde allein auf einer Bühne. Mit nicht mehr als einer Machete, mit einem zerbeulten Sombrero und zerlumpten Kleidern. Manchmal ein paar Klänge im Hintergrund, Äste und Stümpfe als einzige Dekoration und kryptische Projektionen auf dem Vorhang. Das ist Ramsés Alfa als "El Cimarrón"... Ein Erlebnis. Da stimmen Tempo, Lautstärke und Artikulation, da wirkt nichts aufgesetzt in Alfas Sprache, was auch mit dem Text zu tun hat. Und da kommt Wolfram Mehring ins Spiel. Der betagte Autor und Regisseur nimmt sich zurück- in der Sprache und Inszenierung. Auch das Bühnenbild von Dorothee Neuling, das seltsam spärlich daherkommt, lässt dem Schauspieler viel Platz. Und schenkt damit Ramsés Alfa jene Präsenz im Bühnenraum, durch die diese Theaterstunde zum Erlebnis wird. 

(seemoz.de, 26.01.2015)

 

Der togolesische Schauspieler Ramsès Alfa verkörpert in dem Ein-Personen-Stück den Sklaven. Und dies macht die kleine, nur einstündige Uraufführung zu etwas Besonderem... Es ist die Art, die Intensität, mit der Alfa sich dieser Rolle annimmt. Vom ersten Moment an, da er sich als müder alter Mann von seinem Lager im Wald erhebt, schwerfällig über die Bühne schlurft und von seinem Leben erzählt, hängt ihm das Publikum an den Lippen.                                                                       Und hier beginnt die schier unglaubliche Leistung des Schauspielers. Er erzählt nicht nur das Leben des Esteban Montejo, er spielt nicht nur eine Rolle, nein, er nimmt förmlich dessen Gestalt an. Er singt und trommelt, der alte Montejo bewegt sich anders als der junge, der Resignierte agiert anders als der Hoffnungsvolle. So viel Körpertheater aus dem Innersten heraus sieht man bei deutschen Schauspielern eher selten. Wie sich die Höhen und Tiefen der Geschichte, die Hoffnungen und Enttäuschungen, die mit jedem politischen Systemwechsel verbunden sind, auf den einzelnen Menschen auswirken, das spiegelt sich in der Person des Esteban Montejo und das bringt der Schauspieler Ramsès Alfa so beeindruckend und beklemmend auf die Bühne (Dorothee Neuling).

Und die darf durchaus leer sein, bei so viel darstellerischem Potenzial. Ein paar dürre Äste markieren den Wald, eine ärmliche Schlafstatt, das genügt. Den übrigen Raum füllt Ramsès Alfa.                                                                                        Und Regisseur Wolfram Mehring weiß dieses zu schätzen. Er lässt dem Darsteller weiten Raum, erarbeitet mit ihm Feinheiten und Nuancen.                                                                                                                                                                      Am Ende, leider schon nach 60 Minuten, zieht sich Montejo resigniert wieder in den Wald zurück. Es ist wohl nur die Natur, die ihm die gewünschte Freiheit bieten kann. Viel Beifall des begeisterten Publikums, das gerne dieser Geschichte noch etwas länger zugehört und Ramsès Alfa beim Spielen zugesehen hätte.


(suedkurier.de, 27.01.2015)

 

'Das Appartement''

Vom Blick auf das Bühnenbild kann einem fast schwindelig werden. Eine Straßenschlucht in New York tut sich da auf, einerseits nehmen wir, die Zuschauer, die Perspektive vom Boden aus ein, andererseits sieht alles irgendwie gekippt aus. Das Bild von Ausstatterin Dorothee Neuling ist gewöhnungsbedürftig, aber entpuppt sich in den nächsten 120 Minuten als kongeniale Entsprechung einer Inszenierung, die nur mit einem Begriffspaar beschrieben werden kann: flott und sehr unterhaltsam.

 

(rp-online.de, 10.11.2014)

 

 

 

Dorothee Neuling entführt das Publikum in das New York der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf besondere Weise. Auf den Bühnenhintergrund ist ein Blick in die Straßenschluchten mit einem  Freiraum in der Mitte. Der Freiraum bietet Fläche für allerlei Effekte. Davor sind perspektivisch dreidimensional weitere Hochhäuser als Prospekte gearbeitet. Schließlich finden sich im Vordergrund einzelne Elemente, die wahlweise Hochhäuser, einen Schreibtisch, den Tisch in einem asiatischen Restaurant  oder herumgedreht die Innenansicht des Appartements darstellen. Vor dem Hintergrund ist die Musikband auf einer Galerie untergebracht.


(Michael S. Zerban, Opernnetz.de, 08.11.2014)



'Das Dschungelbuch'

 

Wir alle kennen die Disney-Verfilmung des „Dschungelbuchs“.

Lehnt sich die Inszenierung an diese Verfilmung – an diese Ästhetik auch an?

 

Nein, überhaupt nicht. Da stand ganz deutlich eine andere Filmästhetik Pate:

Nämlich Bollywood. Es war also alles sehr farbenprächtig... 

Ganz bollywoodmäßig auch die Kostüme von Dorothee Neuling –

Die auch das Bühnenbild entworfen hat, also beides –

Man sieht durchweg indische Gewänder, Seidenstoffe mit Muster –

Schals mit Goldfransen – rote Punkte auf der Stirn –

Das waren also alles Menschen und keine nachgeahmten Tiere –

Die Tiere kamen hier als Masken auf die Bühne –

Masken, die allerdings nicht vor dem Gesicht, sondern darüber befestigt waren –

Es war also immer Menschen- und Tiergesicht zugleich –

Dieses Doppel-Gesicht passt natürlich zur Geschichte,

wo den Tieren ja Menscheneigenschaften zugeschrieben sind –

Kostüm und Masken – das war gut ausgedacht –

Und eine gute Entscheidung – hier eben nicht auf die Disney-Ästhetik zu setzen –

Sondern mit Bollywood einen eigenen Akzent zu setzen,

so einfach wie genial – diese Interpretation des Stoffes.

 

 

(Interview mit Stefan Petraschewsky, MDR Figaro, 16.06.2014)

 

 

Das Schauspiel Leipzig zeigt "Das Dschungelbuch" als mitreißendes Freiluft-Musical im Zoo

 

Nach mehr als zweieinviertel Stunden gibt es zurecht Jubel und stehenden Beifall für ein furioses Dschungel-Musical voller Spielfreude. Beer und sein Team bringen "Das Dschungelbuch"mit souveräner Leichtigkeit unter einen Sonnenhut. Was auch daranliegt, dass der Abend aus dem indischen Dschungel ästhetisch in Bollywood wildert - Kostüme, Musik, amouröse Tänzelei - , was aus westlicher Sicht an sich schon eine gewisse Komik birgt. Richtig dosiert flattert sanfte Ironie mit. Es dominiert der Humor den Abend, ohne die Nuancen der Story zu erdrücken.

Einer albernen Tierfell-Parade entgeht die Inszenierung schon dadurch, dass die Schauspieler ihre animalischen Alter Egos durch indischer Symbolik entlehnte Masken darstellen...

Eindrucksvoll erhebt sich Dirk Lange mit tiefer Stimme als hypnotisierende Riesenschlange Kaa (unter Kunstnebel entsteigt der gelbe Pyhthon dem Felsenpodest). Szenenapplaus.

Und ein Beispiel, wie Musik, Bühne und Kostüme (beides Dorothee Neuling) und Spiel perfekt ineinandergreifen.

 

(Dimo Riess, Leipziger Volkszeitung, 17.06.2014)

 

 

Ein herrliches Sommerspektakel mit viel Witz, großartigen Schauspielern und atemberaubend bunten Kostümen...

Ein Spaß für die ganze Familie.

 

(MDR 1 Radio Sachsen, 16.06.2014)

 

 

'Tortuga'

... überhaupt sind Bühnenbild und Kostüme von Dorothee Neuling genial einfach konzipiert... Regisseur Stephan Beer weiß die flexible Bühne geschickt zu nutzen für ein Kinderstück, das sich auch ruhige, nachdenkliche Momente gönnt. Schließlich wird auch gelitten und gestorben in dieser kriegerischen Welt... »Tortuga« ist ein turbulenter Spaß...

(Uwe Grosser, Heilbronner Stimme, 16.01.2014)

 

 

 

 

'Der Teufel mit den drei goldenen Haaren'

Langsam schiebt sich das kleine Boot über den Fluss. Ein Fährmann, in einem dunklen Umhang gehüllt, kämpft mit langen, kräftigen Zügen gegen die Strömung. Dichte Nebelschwaden schieben sich langsam über den Boden und verwandeln den Saal in eine düstere Märchenwelt.... Auf seinem Weg in die Hauptstadt, auf dem sich der hohe, mit etwaigen Geheimtüren und Wandlungsmöglichkeiten ausgestattete Turm des Bühnenbildes mit einer halben Drehung zu einem Höhlenversteck verwandelt, trifft Hans auf dessen räuberische Bewohner ...Eine Inszenierung unter der Regie von Stephan Beer, die durch das Bühnenbild und die Kostüme zwar durchaus modern wirkte, durch den Sprachgebrauch wiederum an längst vergangene Zeiten von Königen und Prinzessinnen erinnerte. So war der Zuschauer zwischen den Zeiten in einer mal etwas anderen, auf eine ganz besondere Art und Weise faszinierende Märchenwelt gefangen.

 

(Potsdamer Neueste Nachrichten, 23.11.2012)

 

 

'Tschick'

Es gibt ein sehr breites Fenster, eines zum Repräsentieren, ansonsten ist dieses Haus verschlossen wie eine Festung. Dorothee Neuling hat die Kulisse im Bühnenraum der Konstanzer Spiegelhalle fast ganz in Hellblau getaucht. Wenn die Tür aufgeht, wird sichtbar, dass drinnen alles blutrot angestrichen ist. Sieht schick aus, aber irgendwie auch wie eine klaffende Wunde. Wohlstandsverwahrlosung nennt man das heute. Wulf Twiehaus belässt es in seiner Inszenierung des Jugendromans „Tschick" für das Junge Theater Konstanz im Großen und Ganzen dabei, dies zu konstatieren. Die beiden 13-jährigen Jungs sind ihm wichtiger. Ihre Geschichte soll erzählt werden, die Geschichte einer Selbstfindung. Das mag in heutiger Zeit nichts Besonderes sein, wie sie erzählt wird, ist aber besonders.

 

(Südkurier, 09.10.2012)

 

 

'König Drosselbart'

...Die Inszenierung des Weihnachtsmärchens von Stephan Beer, ..., ist mintfrisch, aber nicht süßlich rosa, und sie endet mit dem Beatlessong »All You Need Is Love« modern auf Englisch. Der Beifall im ausverkauften Haus für das frische Spiel in den wunderschönen Kostümen von Dorothee Neuling war stürmisch, sodass der Song nochmal wiederholt werden musste.

 (Freie Presse Chemnitz, 15.11.2011)

 

Zauberhaftes Weihnachtsmärchen

»König Drosselbart« am Schauspielhaus hat das Zeug zum Publikumsrenner

Es ist ein quietschbuntes Vergnügen: »König Drosselbart«, das neue Weihnachtsmärchen am Chemnitzer Schauspielhaus, wurde bei der Premiere vom Publikum überaus wohlwollend aufgenommen - und das mit Recht. Dem Team um Regisseur Stephan Beer ist es gelungen, den Grimmschen Märchenstoff, der so ganz untypisch ohne Hexen, Wölfe und Gruselei auskommt, in ein zauberhaftes Theatererlebnis zu verwandeln. Die Handlung ist bekannt: Prinzessin Victoria will partout nicht heiraten. Einen Freier nach dem nächsten stößt sie vor den Kopf. Allein der König Drosselbart mit seiner forschen Art scheint ihr Herz erobern zu können - doch auch den will sie (zunächst) nicht. Ihr Vater, der König, verzweifelt schließlich: Dem erstbesten Bettler verspricht er seine Tochter - und König Drosselbart schnappt sie sich. Dorothee Neuling hat für die Inszenierung märchenhafte Kostüme entworfen und eine Bühne, die in Alices Wunderland versetzt.

 

(BLICK Chemnitz, 16.11.2011)

 

 

'Der Räuber Hotzenplotz'

Diesen Hotzenplotz lieben alle! Das diesjährige Weihnachtsmärchen des Theaters Magdeburg »Der Räuber Hotzenplotz« begeisterte am Sonntag kleine und große Premierengäste. Die Geschichte vom »bekanntesten Räuber aller Zeiten« hat Regisseur Stephan Beer liebevoll und vergnüglich inszeniert. Ein Spaß für die ganze Familie!

 Witzige Wortverdrehungen und Slapstick-Komik sorgen für muntere Heiterkeit. Herrlich böse und kauzig kommt Peter Wittig als Zauberer Petrosilius Zwackelmann daher. Dessen Verkleidung als Moshammer-Verschnitt würde vermutlich einen stückinternen Kostümwettbewerb bei starker Konkurrenz gewinnen (Kostüme: Dorothee Neuling). Und die Unke aus dem Unkenpfuhl mit ihren sprechenden Augenlidern will man am liebsten als Plüschtier käuflich erwerben!

Die Schauspieler stecken mit Spielfreude und Temperament das junge Publikum an. Flott geht es auf der mit viel Fantasie und Liebe gestalteten Bühne zu. In atemberaubendem Tempo, gar mit Verfolgungsjagden angereichert, gehen die Geschehnisse im farbenprächtigen Wald und dunklem Zaubererschloss über die Bühne. Beer zieht alle Register, die märchenhafte Geschichte zu erzählen, ein Stück voller Charme und Komik, Musik und Magie, dabei kindgerecht, spannend und lebhaft. Diesen Hotzenplotz lieben alle!

 

(Magdeburger Volksstimme, 30.11.2010)

 

 

 

'Frank und Frei'

Diese Inszenierung ist für das TIK recht aufwendig gestaltet worden. Dorothee Neuling, die für Bühne und Kostüm verantwortlich zeichnet, gab den Bauten einer sich auf Achsen drehenden Kulisse... tiefenpsychologische Bedeutung, indem es die Akteure sind, die je nach Befindlichkeit, leicht oder mühsam wie Sisyphos, das Bühnenbild bewegen. Auch in puncto Kostümen verrät die junge Frau unerschöpflichen Einfallsreichtum.

 

(Badisches Tagblatt, 16.01.2010)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

'Schwestern'

Es sieht aus wie ein Klettergerüst, wie das Zentrum eines Kinderspielplatzes. Pinkfarbenes Gestänge, das einen etwa zweieinhalb Meter hohen Würfel formt, Raum lässt – geschickt genutzt – für das lebendige Spiel im Dreidimensionalen, für eine Hängematte als Bett, für eine Diagonale, die zur Rutschbahn wird. Die Schwestern Mathilde und Zus turnen sich hier durch die Nacht, durch ihre letzte gemeinsame Nacht. Ist es überhaupt noch eine gemeinsame?

Bestnoten verdient Dorothee Neuling für das Bühnenbild. Ein irreales Arrangement für ein irreales Zusammentreffen. Wenn die Schauspielerinnen durch dasGerüst turnen, fühlt man sich an einen Affenkäfig erinnert. Ein Affenkäfig für den inneren Kampf Mathildes: Sausen ihr doch wie flinke Äffchen die Gedanken durch den Kopf. Und die Äffchen, lautet die Botschaft, sie lassen sich zähmen.

 

(Leipziger Volkszeitung, 25.02.2008)

 

 

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